Tourismus für alle

Dieses Projekt betreiben der VITAL e.V. und der Vogtländische Knollenring e.V. ehrenamtlich

Das Vogtland an sich ist alles andre als barrierefrei.
Geschwungene Hügel und ab und zu ganz schöne Steigungen.
Unsere Region ist auch schön und kann sich sehen lassen. Auch von Menschen mit Einschränkungen.
Es geht hier nicht darum Tourismus nur für Menschen mit Behinderung zu machen.

Es geht darum Tourismus für alle anzubieten.

Selbsthilfegruppe Schlaganfall Plauen im Alaunberwerk 0108

Mitten in der Plauener Innenstadt befindet sich ein ehemaliges Bergwerk. Das Bergwerk ist sogar nahezu annähernd barrierefrei.
Die Selbsthilfegruppe Schlaganfall Plauen besuchte es am 9. Februar 2017

Noch einige Hinweise zur Barrierefreiheit des Bergwerks:

Hinweis: 
Unser Bergwerk gehört mit zu den äußerst wenigen Besucherbergwerken in Deutschland das behindertengerecht ausgebaut ist! Es ist also auch Rollstuhlfahrern (Nur mit Begleitperson und nach vorheriger Absprache bei der Anmeldung/Buchung) möglich, ca. 90% unserer Führungswege durch das Bergwerk mit dem Rollstuhl zu nutzen. *Seiteneingang (Tür 95cm), für Rollstuhlfahrer über Rampe (ca. 30% Steigung, 0,7m lang), Begleitperson nötig, Gänge 90-120cm breit, engste Stelle im Bergwerk 76cm, Wege befestigt, im gesamten Bergwerk keine Stufen!* empfohlen von “Sachsen-barrierefrei“ des Die TMGS - Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH.



Von 1542 an, bis 1826 wurde hier Alaunsalz für die Gerber und Färber abgebaut. Dann war es nicht mehr nötig weil das Alaunsalz chemisch hergestellt werden konnte.
Der Alaunschiefer wurde hier abgebaut und mit Pferdefuhrwerken hinunter bis an die Elster gefahren. Dort wurde der mit Kohle durchsetzte Schiefer ausgebrannt. hernach wurde die Schlacke ausgekocht und das Alaunsalz am Bottichrand abgekratzt. Das wurde dann benutzt.
Es war ein ziemlich aufwendiger Prozess bei dem man sich schon fragt wie die Menschen damals fast ohne Aufzeichnungen über chemische Prozesse darauf kamen.

Danach wurden die Gänge als Keller genutzt oder zur Wasserversorgung, weil in der Minute auch 30 Liter Grundwasser hindurchlaufen, bis sie in den 40er Jahren dann zu Luftschutzanlagen erklärt wurden und auch noch ausgebaut wurden. Französische Kriegsgefangene mussten da unten arbeiten. Bis sechs Tage vor Kriegsende wurde weiter geschachtet.
Zu Kriegsende war Plauen dann erst mal von den Amerikanern besetzt. Nachdem sie 76 Tage später wieder abzogen und die sowjetische Administration einzog wurden alle Luftschutzanlagen gesprengt oder verfüllt.

Nach der Wende gingen die Bergknappen um Gert Müller ("Vogtländischen Bergknappenvereins zu Plauen e.V.") in Stunden im Wert von insgesamt 10000€ daran die Hohlräume wieder freizulegen.
Bei den Schachtarbeiten wurden verschiedene Gegenstände, bis hin zu Trommelrevolvern gefunden, mit denen eine kleine Ausstellung gestaltet wurde. Dazu kamen noch ein paar Bergwerkswerkzeuge bis hin zu Hammer und Schlegel.

Nachdem Gert Müller uns das alles und viel mehr erzählt hatte führte er uns in die Knappenstube in der es Speckfettbrot, Tee und Kaffee gab. Nach einigen Gesprächen hatte der Rundgang ein Ende und wir gingen wieder ans Tageslicht.

Wir bedanken uns bei Gert Müller für diesen interessanten Vortrag.

Weil die Personenzahl an diesem Tag auf 20 Personen Begrenzt war, machen wir am  23. Februar unseren Spielenachmittag um 16 Uhr im Speisesaal des Lessing Gymnasiums.

 

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